Nach einer lauwarmen Nacht erwachen wir auf der tatsächlich meist besiedelten Wiese seit Reisebeginn. Zu den Schnecken von gestern gesellen sich nun Ameisen, Spinnen und Mücken. Da haben wir wohl eine Großfamilie wütend gemacht mit einem kleinen Hausfriedensbruch...
Bevor uns hier noch jemand richtig anpisst oder zerstechen will erteilen wir uns selbst ein schnellen Marschbefehl der genau bist zur nächsten Parkbank reicht. Ohne Frühstück geht es halt nur so weit wie nötig. Trotz epischem fairyLaw (weißte Bescheid Schlachter) Sonnenaufgang knurrt der Magen als würde er Wachhund spielen.
Ein bissel Onomnomnom in Agde später rollen wir auch schon wieder weiter Richtung spaßige Zukunft wie sich bald zeigen sollte.
Einige geschmeidige Kilometer später finden wir uns auf einem Radweg an einem Kanal wieder. Der ist zwar nicht asphaltiert aber schon wieder fast Pupstrocken. Da radelt es sich doch wunderbar wenn es plötzlich beim Kolonenführer einmal laut knackt und der Spanner der Gangschaltung sich verabschiedet. Dienstverweigerung, Sabotage, mutmaßliche Sachbeschädigung - all diese Begriffe setzen sich direkt im Kopf fest.
In Folge dieses tätlichen Angriffs auf das Herz (die Schaltung) der Reisemaschinerie wurden auch die Arbeitspferde (Speichen u. Felge) in unnötigem Maße in Mitleidenschaft gezogen. Verängstigte Speichen/Felgen-Eltern sorgen sich nun um ihre Schützlinge. Stimmen der besorgten Fahrradteile werden wieder lauter: "Ist die Sicherheit im Rahmen noch gewährleistet?"; "Fremdkörper raus aus unserem Rad!" Wird der Fremdkörperhass nun eskalieren und rad(!)ikale Extremisten die Oberhand gewinnen?
Der Täter wurde noch nicht ermittelt. Es sind mehrere Stöcker und Steine in Untersuchungshaft. Genaueres ist derzeit unklar.
Um ganz ehrlich zu sein... ein Ast hat sich in Hendriks Rad mit eingefügt und kurzum entschieden, dass der Spanner nicht von Nöten ist und demontiert werden kann. Knallpeng und weg mit dem überschüssigem Gewicht. Bemerkenswert ist an dieser Stelle der kurze Weg zwischen Idee und Umsetzung. Gratulation an diesen Stock denn in so kurzem Zeitraum kann das nicht jeder. :D
Nicht in allen Belangen wacht wohl jemand über uns aber egal. Ohne Herrausforderungen wäre es ja auch nur halb so spannend. Sehr "spannend" sind auch die 70 Kilometer die noch zwischen uns und unserem nächsten Aufenthaltsort liegen.
Schluss mit dem Gespaße und jetzt mal jeder Mann in der Truppe bei voller Konzentration. Einer lässt sich den Weg zum nächsten Fahrradladen zeigen, Nummer zwei nimmt Kontakt mit dem Partner für Räder in Deutschland auf und Nummer drei geht über zur Schadensanalyse am Gerät.
Nach Abschluss dieser Tätigkeiten ziehen Hendrik und Alex los Richtung Fahrradladen. Ich selbst bleibe bei den Rädern was damit endet, dass ich schon wieder sitze und Texte tippe. Es folgt eine ernüchternde Information: Der Laden hat Mittagspause von 1200-0300pm. Ortszeit: 0130pm
Unser Fahrradspezialist zu Hause fasste es sehr passend zusammen: "WAT??"
Rumsitzen und auf bessere Zeiten warten war noch nie unser Konzept seit wir auf dem Marsch sind also muss der nächstbeste Zug her.
Mit maximaler Maximalsmarschgeschwindigkeit heizen wir Richtung Leucate unserem nächsten Unterschlupf. Wärend wir einerseits den ganzen Anhänger blockieren - zur Belustigung einer Mitreisenden - stellen wir andererseits fest, dass der Bahnhof am falschen Ende der Stadt liegt. Das ist doch Schiebung (wenigstens für Hendrik) :P
Ohne großes Lahrifari sind wir dann doch eher Recht als Schlecht bei Sebastian "Seb" eingetrudelt. Mit Gasper, Lily und den anderen Leutchen ist das hier die coolste Crew am französischem Mittelmeer. Besuchempfehlung ist raus!
Sooo euch n schönen Tag. Wir sind dann mal ein/zwei Bierchen trinken.
04.11.2015
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